Wellness Weihnachten

Meine Gedanken zum Lieblingsfest großer und kleiner Menschen.

Gedanken sind der Ausdruck meiner inneren Haltung. Diese Zeilen sind die sichtbar gewordenen Gedanken. Eine Manifestation von Teilen meines SELBST.

Es war im Jahr 1959, als der amerikanische Arzt Halbert Dunn aus den Worten Well-being und Fitness das Kunstwort Wellness für Millionen von AmerikanerInnen ohne Sozialversicherung erschaffen hat.

Heute ist Wellness für mich der Ausdruck einer Sehnsucht nach Wachheit, Einheit und Ruhe. Nach einem Erholungszeitraum für meine Seele und nach lebendiger Stille. Nach Zeit für mich selbst, in der ich den Blick nach innen richten kann. Wellness für emotionale Stabilität.

Um den Erfolg des zu Ende gehenden Jahres genießen zu können, habe ich mir für die Zeit zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Jänner (laut Brauchtum die 13 Weihe-  und Raunächte) vorgenommen, neue Kraft und Energie in der Wirklichkeit des Seins zu finden.

Ich verstehe unter Wirkl-ICH-keit – im Sinne der Metaphysik – das, was hinter den Erscheinungsformen steht. Zeitlos ist, einheitlich und gleichzeitig besteht, somit gegenwärtig ist. Also das, was wirklich Bedeutung hat.

Diese meine Wirklichkeit befreit mich – gerade in der Weihnachtszeit – vom aufreibenden Stress des materiellen Geschehens. Sie entbindet mich vom alljährlich vergeblichen Streben, die wunderbare Zauberkraft aus längst vergangenen Kindheitstagen neuerlich in die Wirklichkeit zu holen. Sie beschert mir das Ende von Täuschungen, weil Enttäuschungen mir erspart bleiben. Ich löse mich von den Projektionen meines Egos auf einer Landkarte, die ich für die Wirklichkeit halte.

Diese nicht materielle „nicht stoffliche Wirklichkeit“ gestattet mir den notwendigen Abstand, um mich von den äußeren Formen loszulösen und in der Gegenwärtigkeit das für mich Wichtigste – nämlich bewusst nICHts – zu tun. Dadurch ist es möglich, zu mir selbst zu kommen und bei mir zu bleiben.

So kann ich Weihnachten als eine Zeit der inneren Ruhe erleben, die im Hier und Jetzt stattfindet und nicht in den Spuren meiner Vergangenheit. Weihnachten als Fest welches gegenwärtig ist und nicht bloß als historisches Ereignis gefeiert wird.

Wenn in der dunkelsten Zeit des Jahres, Licht und Leben wieder an Kraft und Stärke gewinnen, erlebe ich meine Loslösung vom Balast der Vergangenheit und kann mich widerstandslos dem Neubeginn öffnen. So wie durch die Wintersonnenwende die Einengung des Lichtes beendet wird, so entsteht durch die Form des „ganz bei mir selbst seins“ der innere Neubau meiner Gegenwart und Zukunft. Ich ruhe in mir Selbst. Es beginnt für mich ein neues Jahr und ein neues Leben. Ich fühle mich im Einklang mit mir und meiner Umwelt.

Diese meine Selbsterfahrung führt mich zu neuen (Selbst)Erkenntnissen.

Ich erblicke gleichsam neue Wirklichkeiten durch eine andere Form des Bewusstseins. Damit komme ich wieder ins Gleichgewicht. Zu meiner Form der viel zitierten Work-Life-Balance.

Ich spüre die Bedeutung vom bewussten Leben in allen drei Bereichen: Arbeitszeit, Freizeit und Zeit für mich selbst. Ich erkenne auch mehr denn je die Bedeutung des Begriffs der Medizin aus der Antike: „Diätetik“. Eine Mischung aus einem ausgewogenen Maß an Massagen und Heilbädern, Ruhe und Liebe, ausreichende Bewegung und ausgewogener Ernährung. Schlaftherapien und Traumdeutungen ergänzten den antiken Kurbetrieb. Der ganzheitliche somatoforme neuzeitliche Ansatz der Psychosomatik ergänzt dies alles noch durch Verzicht auf materielle Dinge und auf den Kampf mit den Alltäglichkeiten.

Ich habe Platz gemacht für den Neubau. Platz für das Einzige worum es wirklich geht, für die Neugeburt des SELBST. Platz für die erneuerte Einigkeit von Kopf und Herz. Für die Verbindung des Verstandes mit meinen Herzenskräften. Für alle Gegensätze die doch gleichzeitig vorhanden sind und mir täglich begegnen. In dieser erneuerten Haltung des Wohlwollens will ich meinen Mitmenschen im Neuen Jahr gegenübertreten.

Mein Weihnachtsfest ist somit ein aktuelles Fest, nicht bloß eine Gedenkfeier für etwas was vor über 2000 Jahren geschehen ist. Meine Weihnachtsgeschichte ist die Erneuerung der Schöpfungsgeschichte meines SELBST. Meine Sehnsucht nach Ruhe und Wohlbefinden ist gestillt. Das Streben nach menschlicher Vollkommenheit jedoch bleibt unerreicht und doch immer bestehen. Dies ist die höchste Form der vollkommenen Unvollkommenheit meines Lebens.

Peter Andel, Jg. 1947, Psychotherapeut, Coach,

begleitet seit mehr als 30 Jahren Menschen auf dem Weg zu sich selbst.

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